Fernsehen im Wasserbett: Mit dem Shoppingsender kann das teuer werden
Ein gemütlicher Vormittag: Urlaub ist doch etwas Feines. Man bleibt im Bett, hat dort die Fernbedienung und das Telefon griffbereit. Auf dem Nachttisch steht noch das leere Frühstücksgeschirr – man hat es sich heute einmal gutgehen lassen. Im Fernsehen laufen Shoppingsender und ansonsten eher fragwürdige Sendeformate – aber so zwischendurch kann so eine Verkaufssendung ja einmal ganz spannend sein. Auf dem einen Sender gibt es Musik Sampler, die schon beim Ansehen der Sendung Spaß machen. Noch während man überlegt, sich eine dieser Sonderausgaben, die es im Handel außerhalb der TV Sender nur sehr selten überhaupt zu kaufen gibt, zu bestellen, zappt man wieder durch das Programm und bleibt bei einem anderen Teleshoppingkanal oder einer gerade laufenden Sendung im normalen Sendeablauf – zwischen Soaps, Nachrichten und Filmen – hängen. Besonders interessant findet dieser entspannte Mensch gerade das Kirschkernkissen, das vom Moderator und vom Verkäufer angeboten wird: Das ist noch genau die fehlende Ergänzung, um das eigene Wasserbett perfekt zu machen.
Die Stimmung beeinflusst den TV Einkauf
Selbst den dringendsten Einkauf würde man am liebsten verschieben, wenn man sich im Gedränge in der Stadt befindet. Lange Schlangen an Umkleidekabinen, genervtes Personal an der Kasse und in der Beratung und jeder Wühltisch von Menschentrauben umgeben: Wie soll das noch Spaß machen? Da ist es zu Hause vor dem Fernseher, noch dazu an einem faulen Tag im Bett, doch viel schöner, einmal in aller Ruhe einkaufen zu können. Die Moderatoren sind nett und sympathisch, kommen sozusagen als Freunde ins Haus. Freundschaftlich ist auch der Ton bei den Empfehlungen, die hier ausgesprochen werden. Kritisch hinterfragt der Moderator das Produkt und dessen Anwendung, wobei jedoch jedes Argument von den Verkäufern entkräftet werden kann. Statt Stress, Ärger und Hektik in der Stadt genießt man zu Hause einfach die Ruhe, fühlt sich nicht unter Druck gesetzt und kann so seine Kaufentscheidung viel leichter fällen.
Die Ähnlichkeit zum Online Kauf
Einmal angenommen, ein neues Bett oder Bettwäsche sollen gekauft werden. Der Unterschied zwischen Teleshopping bei einem beliebigen Sender und dem Online Einkauf ist wirklich minimal. Der Besuch im Shop beginnt auf der Startseite, es sei denn, man wurde nach der Eingabe eines Suchbegriffs über die Suchmaschine direkt auf eine Produktseite gelenkt. Man sucht seine gewünschten Artikel – ein Spannbetttuch, eine mehrteilige Bettwäsche oder sogar ein neues Bett aus, erledigt die Formalitäten zum Bestellvorgang und wartet dann auf die Zusendung der Waren. Im Fernsehen ist der reine Bestellvorgang nicht viel anders – er findet nur meistens über das Telefon statt. Der wesentliche Unterschied zum Online Einkauf in einem Shop ist die zeitliche Begrenzung, die durch die Sendezeit entsteht. Ein Produkt wird hier solange gekauft, wie es auf dem Bildschirm zu sehen ist. Nur wenige Anrufe gehen außerhalb der Sendezeit für die spezielle Ware ein. Ist die eine Sendung vorbei, wird die nächste ausgestrahlt, die Kunden rufen nun für das nächste Produkt an. Im Online Shop ist man zeitlich nicht begrenzt, kann nach dem 24 Stunden pro Tag und sieben Tage die Woche Prinzip einkaufen gehen. Auch im Internet ist die entspannte Stimmung in der heimischen Umgebung ein klarer Vorteil.
Ein persönliches Limit für die Bestellungen setzen
Schnell haben viele Kunden Spaß am Teleshopping gefunden. Neue und ausgefallene Ideen, die nicht im normalen Laden zu bekommen sind, nehmen einen großen Teil der Sendezeit ein. Die praktischen Küchenhelfer, die tollen Bettensysteme und die Mode samt Kosmetik aus dem Teleshop sind aber natürlich mit der gleichen Gefahr verbunden, wie das Bestellen im Internet: Schnell übertreiben es manche Kunden und müssen zusehen, wie sie ihre Rechnungen noch bezahlen können. Deshalb sollte man sich zum einen gut überlegen, was man wirklich braucht, beziehungsweise was man sich leisten kann. Vielleicht kann mit einer Anschaffung bis zum nächsten Monat gewartet werden? Eine Ratenzahlung ist auch beim Teleshopping nicht selten möglich – die Rate muss aber in die finanzielle Planung passen und darf nicht zu Engpässen an anderer Stelle sorgen. Ein Leben ohne Schulden ist grundsätzlich einfacher, als ein Jonglieren zwischen unangenehmen Dingen, wie Gerichtsvollzieher, Mahnbescheid, Betrugsanzeigen und Privatinsolvenz. Teleshopping ist nicht prinzipiell schlecht – man muss nur, wie bei jedem anderen Einkauf auch, die Kostenkontrolle im Auge behalten.